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Dein persönlicher Geburtsplan

Um eine selbstbestimmte Geburt zu erleben, ist es wichtig, die richtigen Fragen zu stellen. Nicht nur den ÄrztInnen, deiner Hebamme oder KrankenpflegerInnen, sondern auch dir selbst. Was ist dir persönlich wichtig? Was wünschst du dir? Und was möchtest du auf keinen Fall?

Im Folgenden findest du Beispiele für Fragen, die du dir und deinen BetreuerInnen stellen kannst – vor, während und nach der Geburt: Dein Geburtsplan.

Deine Wünsche und die daraus resultierenden Fragen

Vor der Aufnahme ins Spital oder Geburtshaus

Welche Gedanken du dir bereits vor der Geburt und welche Fragen und Abklärungen du machen kannst.

  • Gibt es Geburtswannen und Wasserbecken?
  • Gibt es Gymnastikbälle?
  • Bekommst du Essen, sollte sich Geburtsverlauf hinauszögern?
  • Kannst du dich ausserhalb oder innerhalb der Institution jederzeit frei bewegen?
  • Kannst du deine eigene Kleidung tragen?
  • Besteht die Möglichkeit, dass die GeburtsgefährtIn nach der Geburt mit dir und dem Kind das Zimmer teilt?

Kennst du die Antwort auf diese Fragen, kannst du dich entsprechend vorbereiten, Abklärungen treffen und mitnehmen, was du zusätzlich benötigst.

Tipp:

Erledige alle administrativen Fragen vor dem tatsächlichen Eintritt, um während der Geburt nicht unnötig gestört zu werden. Sprich: Anmeldung zur Geburt inklusive aller benötigten Unterlagen (wie etwa Krankenkassekärtli, Pass-Kopien und so weiter). Ab etwa der 20. Schwangerschaftswoche kannst du das Formular bei der Institution deiner Wahl verlangen und bereits einreichen.


Bei der Aufnahme ins Spital oder Geburtshaus

Im Spital werden jährlich hunderte, sogar tausende Kinder entbunden. Es herrscht eine geschäftige Routine und eingespielte Automatik, die in der Hitze der Geburt, kaum Zeit und Raum für eigene Wünsche lässt.

Umso wichtiger, dass du dir bereits jetzt selbst bewusst machst, was du dir für deine Geburt wünschst und was du nicht möchtest. 

Einige Beispiele für deinen Geburtsplan und deine Wunschliste.

Geburtsplan - ZOUTS!

Ich wünsche mir, 

  • einen eigenen Geburtsraum, gedämpftes Licht, eigene Musik oder/und ruhige Töne.
  • die Weiterleitung von Anrufen oder eben nicht.
  • die Anwesenheit folgender Personen
    • Vater/GeburtsgefährtIn
    • Doula
    • eigene Hebamme
  • keine Informationen über Schmerzen anhand einer Schmerzskala.

Während der ersten Phase des Geburtsverlaufes

Ich wünsche mir, 

  • frei von Zeitdruck und im natürlichen Rhythmus meines Körpers zu gebären.
  • dass von Beschleunigern durch Medikamente oder Öffnen der Fruchtblase abgesehen wird.
  • keine ständige CTG-Überwachung, nur in Intervallen.
  • nur die Anwesenheit von notwendigem Personal oder Beobachtern (etwa keine StudentInnen).
  • die Verwendung einer Geburtswanne oder Dusche.
  • möglichst wenig gestört zu werden.
  • dass innere Untersuchungen nur bei medizinischer Notwendigkeit gemacht werden.
  • dass ich vor JEDER medizinischen Anwendung vollständig aufgeklärt oder beraten werde.

Tipp:

Du lernst im Geburtsvorbereitungskurs verschiedene Positionen kennen, die du während der Wehen und der Geburt einnehmen kannst. Deine präferierten kannst du ebenfalls auf deinem Geburtsplan festhalten:

  • auf der Seite liegend
  • stehend
  • in der Hocke
  • im Vierfüssler
  • was für dich gerade angenehm ist

Während der Geburt

Geburtsplan - ZOUTS!

Ich wünsche mir, 

  • für eine Wassergeburt in der Geburtswanne zu bleiben.
  • eine Geburtsposition einzunehmen, die am wahrscheinlichsten keinen Dammschnitt erfordert.
  • dass ein Dammschnitt möglichst vermieden wird.
  • dass mein/e GeburtsgefährtIn die Nabelschnur durchtrennt.
  • dass die Nabelschnur
    • erst durchtrennt wird, wenn sie nicht mehr pulsiert
    • sofort durchtrennt wird, um das Nabelschnurblut einzulagern
  • dass die Plazenta aufbewahrt wird.

Ich wünsche mir, 

  • für eine Wassergeburt in der Geburtswanne zu bleiben.
  • eine Geburtsposition einzunehmen, die am wahrscheinlichsten keinen Dammschnitt erfordert.
  • dass ein Dammschnitt möglichst vermieden wird.
  • dass mein/e GeburtsgefährtIn die Nabelschnur durchtrennt.
  • dass die Nabelschnur
    • erst durchtrennt wird, wenn sie nicht mehr pulsiert
    • sofort durchtrennt wird, um das Nabelschnurblut einzulagern
  • dass die Plazenta aufbewahrt wird.

Ich bin offen für folgende Schmerzlinderungsmethoden:

  • Akupunktur
  • Homöopathie
  • Massage
  • TENS
  • Schmerzmittel
  • PDA
  • Ich möchte zu jedem Zeitpunkt auf chemische Schmerzmittel verzichten.

Ist ein Kaiserschnitt notwendig, wünsche ich mir, 

  • dass meine Begleitperson bei mir ist.
  • dass ich mein Baby sehen kann, wenn es herausgehoben wird.
  • dass mein Baby mir möglichst schnell auf die Brust gelegt wird.
  • dass mein/e PartnerIn ständig beim Kind ist, wenn ich eine Vollnarkose brauche.
Geburtsplan - Geburt - ZOUTS!

Direkt nach der Geburt

Ich wünsche mir,

  • dass sofort Haut-zu-Haut-Kontakt aufgenommen wird, in dem mir das Kind auf den Bauch oder auf die Brust gelegt wird, während mindestens 30/60/120 Minuten.
  • dass das Kind erst nach dem Bonding untersucht wird.
  • dass das Kind nicht gebadet wird.
  • dass mein/e GeburtsgefährtIn permanent beim Kind ist, wenn es mir nicht möglich ist.
  • mein Kind zu stillen. Es wird auf Muttermilchersatz/Flaschen/Schnullern verzichtet.

Diese Liste kannst du beliebig ergänzen und soll für dich lediglich eine Anregung sein.

Es ist DEINE Geburt und DEINE Wünsche sollen und müssen unbedingt ihren Platz haben und gehört werden.

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